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Schulterverrenkung , -instabilität

Eine Verrenkung des Schultergelenkes tritt meist als Folge eines Unfalles oder einer Sportverletzung auf (traumatische Luxation). In seltenen Fällen kann auch eine angeborene Schulterinstabilität (habituelle Instabiltität, atraumatische Instabilität) zugrunde liegen. Bei einer traumatischen Verrenkung der Schulter kommt es regelmäßig zum Abreißen des sogenannten Labrum, einem bindegewebigen Ring, der die Gelenkspfanne des Schulterblattes umgibt. Oft kann sich das Gelenk von selbst wieder einrichten, meist verhakt sich der Kopf aber am Vorderrand der Gelenkspfanne und der Knochen wird am hinteren Teil des Oberarmkopfes eingedrückt (Hill-Sachs-Delle), es kann aber auch zum Abbruch eines Knochenteiles am Vorderrand der Gelenkspfanne kommen (knöcherne Bankart-Läsion).

Behandlung:

Bei verhakter Position ist eine Einrenkung des Gelenkes durch den Arzt vorzunehmen. Durch einen falschen Einrichtungs-Versuch kann die Situation verschlimmert werden! Im schlimmsten Fall kann dies zum Bruch des Oberarmes, zu Nerven- oder Gefäßverletzungen führen! Eine Einrenkung von Gelenken soll daher immer erst nach Anfertigung von Röntgenbildern und einer Kontrolle der Nerven- und Gefäßversorgung durch den Arzt durchgeführt werden.

Nach der ersten Verrenkung und wenn keine Begleitverletzungen vorliegen, wird üblicherweise eine konservative Therapie eingeschlagen. Die Schulter wird für etwa drei Wochen im Schulterverband ruhiggestellt. Danach folgt eine Phase der Rehabilitation und physikalischer Therapie, um Beweglichkeitseinschränkungen entgegenzuwirken und die Muskulatur zu kräftigen.
Sollte eine neuerliche Verrenkung eintreten, spricht man von einer Schulterinstabilität – dann ist der Zeitpunkt gekommen über eine operative Stabilisierung des Schultergelenkes zu sprechen.

Bei Patienten, die wegen ihres Berufes oder ihres Sportes bei einer neuerlichen Verrenkung einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt wären (Klettern, Freeclimber, Gerüstarbeiter, …) sollte auch schon nach der ersten Verrenkung an eine Operation gedacht werden.

Von diesen verletzungsbedingten Instabilitäten sind die angeborenen Instabilitäten zu unterscheiden. Diese treten häufig im jugendlichen Alter erstmals auf und sind typischerweise ohne adäquaten Unfall in der Vorgeschichte. Bei manchen Jugendlichen verschwindet diese Instabilität mit zunehmendem Alter. Nur in seltenen Fällen ist hier eine operative Behandlung erfolgversprechend.